(Patienteninformation – Vorabinformation)

 

Hashimoto-Thyreoiditis

 

 

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

 

bei Ihnen besteht eine Hashimoto-Thyreoiditis. Hierbei handelt es sich um eine chronische Entzündung der Schilddrüse, die oft nur wenig oder keine Beschwerden verursacht. Meist führt diese chronische Schilddrüsenentzündung zu einem schmerzlosen Schrumpfen der Schilddrüse, so dass es allmählich zu einer erst geringfügigen und dann stärker ausgeprägten Schilddrüsenunterfunktion kommt. Die Symptome hierbei sind u.a. Gewichtszunahme, Müdigkeit, verstopfter Stuhlgang, kalte Haut. Selten kommt es bei dieser Schilddrüsenentzündung zu einem Wachstum der Schilddrüse. In diesem Falle wird die chronische Entzündung oft erst nach einer Schilddrüsen-Operation festgestellt.

 

Ursache der chronischen Schilddrüsenentzündung (Hashimoto-Thyreoiditis) sind nicht z.B. Bakterien oder Viren. Vielmehr handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Dies bedeutet, dass Ihr Körper Antikörper gegen die eigene Schilddrüse bildet. Dies führt zu der chronischen Entzündung, zu einem allmählichen Schrumpfen der Schilddrüse und dann zu einer Schilddrüsenunterfunktion.

 

Die Behandlung ist einfach und ohne Nebenwirkungen: Es erfolgt eine Schilddrüsenhormonbehandlung. Diese führt einerseits zum Ausgleich der Schilddrüsenunterfunktion, d.h. eine normale Schilddrüsenfunktion wird hierdurch gewährleistet. Andererseits führt die Schilddrüsenhormonbehandlung oft zu einer „Beruhigung“ der Autoantikörperbildung.

 

Es ist also eine Schilddrüsenhormonbehandlung erforderlich, voraussichtlich lebenslang. Eine Behandlung mit Cortison oder Antibiotika ist meistens wirkungslos.

 

Anfangs sind mehrere Kontrollen in Abständen von einigen Wochen oder Monaten erforderlich, später reichen 1-2 Kontrollen pro Jahr aus.

 

Auch wenn Sie durch eine leichte Schilddrüsenunterfunktion nicht beeinträchtigt sind, d.h. keine Beschwerden haben, ist doch der medikamentöse Ausgleich erforderlich. Erfolgt dies nicht, so müssen Sie nicht nur mit Gewichtszunahme und eingeschränkter Leistungsfähigkeit rechnen, sondern auch mit Störungen des Fettstoffwechsels und mit einer beschleunigten Verkalkung des Gefäßsystems. Eine gute medikamentöse Einstellung und die konsequente regelmäßige Einnahme von Schilddrüsenhormon ist für Sie also im eigenen Interesse sehr wichtig.

 

Eine über längere Zeit erhöhte Iodzufuhr (mehr als 200 µg Iod tgl.) ist bei der Hashimoto- Thyreoiditis ungünstig, da die Antikörperbildung aktiviert werden kann.

 

Die in Deutschland übliche Ernährung einschließlich Iodsalz und mit Iodsalz hergestellte Nahrungsmittel spielen hier keine Rolle. Vermieden werden sollte eine dauerhafte zusätzliche Iodzufuhr durch iodhaltige Medikamente, iodhaltige Multivitamine und Nahrungsergänzungsmittel sowie iodhaltige Frucht- und Multivitaminsäfte (Getränkemarkt).

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